@ Kalle & Chief:
Jungs, bevor ihr euch hier in Legendenbildung über die Beach-Orga als Spassbremse versteigt, möchte ich mal folgendes gerade rücken:
(1) - der DHB ist zunächst mal ein Sportverband und kein Veranstalter von Party-Events. Bei dem Finalturnier um die Beach-DM geht's also vor allem um Spocht. Dass die DM gleichzeitig auch ein nettes Saisonabschlussfest der großen Beacher-Familie darstellt, ist ein durchaus willkommenes Beiwerk.
(2) - wie ihr euch gewiss erinnern werdet, hatten bis einschließlich 2002 alle Sieger eines Quali-Turniers automatisch einen Startplatz bei der DM. Die inflationäre Ausweitung der Zahl der Masters-Turniere führte schließlich dazu, dass 2002 nicht weniger als 28 Herren- und 27 Damen-Teams beim DM-Finale an den Start gingen. Die Folge waren viel zu viele Spiele, beträchtlicher Schiedsrichtermangel (Vorrunde mit Einzel-Schiris!) und völlige Verwässerung des spielerischen Niveaus (erinnert sich noch irgend jemand an Grün-Weiß Schwerin oder HC Branne??)
(3) - mit der Umstellung auf den Qualifikationsmodus nach Ranglisten wurde 2003 auch das Teilnehmerfeld bei der DM auf verträgliche 20 festgelegt; auch 2004 waren nicht mehr Teams am Start.
(4) - vor der Saison 2005 trat dann aber der lokale Ausrichter der Beach-DM, der TSV Altenwalde, an das Beach-Orga-Team heran und bat darum, die Teilnehmerfelder zu erweitern, weil es sich sonst nicht mehr rechne und die DM ein Verlustgeschäft würde. Dieser Bitte kam man dann nach, und ließ je vier weitere Qualifikanten zu. Also nochmal: die Teilnehmerzahl von 24 Teams hatte rein wirtschaftliche Gründe. Aus sportlicher Sicht war das immer schon fragwürdig.
(5) - in diesem Jahr haben sich die Rahmenbedingungen hinsichtlich des Ausrichters offenbar geändert, und daher können wieder sportliche Kriterien in den Vordergrund rücken. Aus Sicht des DHB-Gremiums ist das ein absolut nachvollziehbarer Schritt. So what!?!? 
Jetzt noch mal ein paar Worte an die Damen:
miss happy schrieb:... ich finde den neuen Modus mir nur 16 Frauenteams ganz schön frauenfeindlich.
Wieso spielen nur 16 und davon kommen nur 8 weiter?
nicole schrieb:... ich kann den Modus der Deutschen Meisterschaft leider überhaupt nicht nachvollziehen und bin über die Ungerechtigkeit sehr verärgert!!!
Hieraus ergeben sich für die Frauenteams nur Nachteile.
miss happy schrieb:... schade, dass m.E. hier die männerbrille aufgesetzt wird und man die runde der damen um 1/4 reduziert. ich denke nur 20 teams wie in einigen jahren davor hätten es auch getan.
helen schrieb:... Und an dieser Stelle gelangt man zum Kern der Sache: Die Qualität des Damenfeldes ist nach Meinung einiger zu schwach – und genau das ist meiner Meinung nach der Grund, warum das Damenfeld um 1/3 gekürzt wurde
Die Verärgerung ist zunächst mal verständlich, weil diese Kürzung des Teilnehmerfelds ohne ausführliche Begründung raus gehauen wurde. Mit "Männerbrille" oder gar dem unterstellten Ansinnen, die Damen aus dem Beachhandball zu drängen hat das gar nichts zu tun. Helen hat es richtig erfasst, obwohl ich ihre weitere Argumentation nicht teilen kann.
Wir dürfen uns doch nicht in die Taschen lügen. Es ist doch unübersehbar, dass es beim Damen-Beachhandball erhebliche Probleme gibt - und das nicht erst seit letztem Jahr. Natürlich sind die Sandgirls und Kangaroos Ausnahmeteams mit Ausnahmespielerinnen, und es gibt leider nur eine handvoll Teams dahinter, die sie ab und an mal in Verlegenheit bringen können, aber die tragenden Spielerinnen all dieser Teams sind fast von Anbeginn dabei und nach normalen Kriterien schon jenseits ihres sportlichen Zenits. Und dennoch beherrschen sie die Szene nach Belieben, und ich glaube, sie wundern sich selbst manchmal darüber, wie leicht das noch geht. Wie aber sieht es aus, wenn diese "goldene (Beach-)Generation" in naher Zukunft abtritt? 
Die Austragung einer Deutschen Meisterschaft im Beachhandball, oder gar die Beteiligung an internationalen Wettbewerben hat nur dann eine Berechtigung, wenn sich die Art zu Spielen deutlich vom Hallenhandball abhebt; wenn also schnell, risikoreich, kreativ und spektakulär gespielt wird. Eine DM sollte eigentlich dazu dienen zu zeigen: "schaut her, so wird's gemacht!" Hallenhandball im Sand braucht kein Mensch und will auch keiner wirklich sehen. Leider fallen aber viel zu viele Teams jenseits der Sandgirls-Kangaroo-XXS-Sandsieball-Bumblebee-Teakwondodo-Liga durch diese Unarten auf. Hinzu kommt noch, dass sich z.B. bei der DM 2006 nicht weniger als fünf, sechs Teams selbst auf diesem inzwischen moderaten Niveau als vollends überfordert und nicht konkurrenzfähig erwiesen.
Das mag jetzt alles etwas abgehoben oder gar arrogant klingen, ist aber nicht so gemeint. Ich will hier nicht alles in Sack und Asche hauen, sondern vielleicht etwas aufrütteln. Was mich beim Betrachten vieler Spiele traurig stimmt ist, dass so viele Damen-Teams mit erkennbarem handballerischen Potential im Beachhandball so weit unter ihren Möglichkeiten bleiben. Ich meine, der Grund ist darin zu suchen, dass sich diese Teams unzureichend mit dem Spiel Beachhandball auseinander setzen und/oder bestimmte notwendige Elemente des Spiels nicht einüben. Da sind Teams mit Spielerinnen, die Ober- oder Regionalliganiveau haben auf dem Feld, aber sie verstehen offensichtlich nicht, dass im Sand noch ganz andere Qualitäten gefragt sind, um erfolgreich zu sein. Kempa-Tricks und Pirouetten kann frau ebenso erlernen wie beach-spezifisches Deckungsverhalten und Wechseltaktik.
Sandgirls und Kangaroos sind nicht nur wegen ihrer individuellen Klasse so dominant - das alleine würde nicht ausreichen; sie sind es deshalb, weil sie (vor allem taktisch) schlauer spielen als alle anderen. Ich wundere mich immer wieder darüber, wie wenige Damen-Teams sich eines Coaches (hmm, mir fällt gerade die weibliche Form von Coach nicht ein) bedienen. Und ich meine hier nicht die reinen Hallentrainer, sondern solche, die wirklich was von der Materie Beachhandball verstehen. Ich bin mir sicher, manche Teams könnten sich ad hoc um 20-30 Prozent verbessern, wenn sie ein paar vernünftige Hilfestellungen bekämen.
Nun ja, kurz gefasst hat der DHB (bzw. das Orga-Team) versucht, mit dem Reduzieren des Teilnehmerfeldes den DM-Korb etwas höher zu hängen, wohl in der Hoffnung, die Damen-Teams, die zum Finale wollen mögen sich etwas mehr danach strecken, um die nötige DM-Reife zu erreichen. Vielleicht wäre das nicht nötig gewesen, wenn es gelänge, die guten Damen-Teams aus den entfernteren Regionen der Republik (die es durchaus gibt) zum DM-Finale zu bekommen. Aber der Standort Cuxhaven ist wieder ein anderes Thema. 
Bis demnächst.
sandige Grüße
Horst
Zuletzt bearbeitet von Horst (08.05.2007 21:50)